Bild Zinsentwicklung bei LV

Garantiezins sinkt erneut ab 2017

Private Rentenversicherung noch rentabel?

Ab Januar 2017 sinkt der Rechnungszins für Versicherungen mit 0,9 Prozent auf ein neues Rekordtief. Gerade die private Rentenversicherung, die vor 20 Jahren in diesem Bereich noch rund 4 Prozent als Rechnungszins garantierte, wird sich in den nächsten Jahren schwer tun noch eine Daseinsberechtigung zu rechtfertigen.

Wer ist davon betroffen?

Jeder Versicherungssparer, der ab 2017 seine Altersvorsorge, seine Arbeitskraftabsicherung oder beispielsweise seine private Pflegezusatzversicherung startet. Verträge, die bereits vor 2017 abgeschlossen wurden, bleiben hiervon unberührt. Trotzdem sollte man deswegen nicht in blinden Aktionismus verfallen und noch schnell die erst beste Rentenversicherung abschließen! 

Was bedeutet das für die klassische Rentenvorsorge?

Die Ablaufwerte sinken beachtlich. Und bei 0,9% garantierter Verzinsung ist der Kunde nicht mal vor der jährlichen Entwertung des Geldes (Inflation) geschützt! Es ist nicht empfehlenswert seine Beiträge für so viele Jahre in ein Modell zu investieren bei dem nicht mal die Sicherheit besteht mehr für sein Geld zu erhalten, als jährlich durch die Inflation verloren geht.
Die "klassische" Rentenversicherung wird daher immer mehr vom Markt verschwinden. Und sie wird erst wieder eine Option für den Aufbau der eigenen Altersvorsorge darstellen, sobald das Zinsniveau sich nachhaltig erholt. Und da können noch einige Jahre vergehen.

Vorsicht vor dem Schlussverkauf von unrentablen Lebensversicherungen!

In den letzten Jahren führten nicht selten Rechnungszins-Senkungen zu erheblichen Panikkäufen frei nach dem Motto "noch schnell den besseren Zins sich sichern". Da spricht erst Mal nichts dagegen, nur wenn man nicht genau hinschaut werden einem die Ladenhüter der Versicherer, wie kapitalbildende Lebensversicherungen und sehr teure Rentenversicherungen als Lösung verkauft. Diese sind und waren so und so als Anlage für seine private Altersrente nicht empfehlenswert (wie der Bund der Versicherten nicht müde wird immer wieder zu betonen). Diese Versicherungen waren schon vor der Senkung des Garantiezinses nicht lukrativ für den Kunden und sollten entsprechend keine Beachtung erfahren.

Welche Alternativen kann man als Sparer für die Rente zukünftig wählen?

Autor Autor:

Gabriel Sampl
Finanzwirt (twi)


Veröffentlicht am 11.11.2016
In punkto Altersvorsorge werden versicherungsgestützte Lösungen auch in den kommenden Jahren die sinnvolle Wahl darstellen. Sie bieten dem Anleger die Sicherheit einer lebenslangen garantierten Rente und sind mit bezahlbaren Beiträgen für jedermann/-frau bedienbar. Allerdings reine Anlagen in Versicherungen, bei denen der Sparer sein Geld komplett dem Versicherer zur Verfügung stellt und anschließend von der Entwicklung und Gunst des Versicherers abhängig ist, werden zukünftig aufgrund der niedrigen Garantien keine "sichere" Wahl mehr sein. 

Rentenversicherungen in Kombination mit Fonds werden an Bedeutung gewinnen

Daher werden Weiterentwicklungen von bereits seit Jahrzehnten parallel bestehender Produktgruppen eine rege Anfrage erfahren. Investmentfonds in Kombination mit einer Rentenversicherung werden beispielsweise für die private Rentenvorsorge an Bedeutung gewinnen. Sie bieten dem Anleger die Möglichkeit über die Jahrzehnte eine gesunde Rendite zu erwirtschaften und parallel die Sicherheit sich später trotzdem das Geld als garantierte  lebenslange Rente auszahlen zu lassen. Sofern hierbei finanzstarke Versicherer ausgewählt werden, die zudem kostengünstig verwalten und die Möglichkeit bieten sehr preiswerte ETF-Fonds für die Ansparung des Geldes zu wählen, ist der Aufbau einer ausreichenden privaten Altersvorsorge für jeden Bürger auch in den nächsten Jahren gut realisierbar. Auch das Finanzamt gewährt bis dato fondsgebundenen Rentenversicherungen die gleiche steuerliche Vergünstigung, wie der reinen Anlage in eine herkömmliche Rentenversicherung. Dies stellt einen großen Mehrwert gegenüber direkten Fondslösungen dar, die später (und auch innerhalb der Ansparzeit bei einem Fondswechsel) deutlich teurer zur Kasse gebeten werden.

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